15. September 2026
Ideen für Wuppertal 2045

Wie soll Wuppertal 2045 aussehen? Das war die Frage, mit der sich am 15. September 2026 im Pina-Bausch-Zentrum rund 150 Schüler:innen aus acht Schulen auseinandergesetzt haben, gemeinsam mit Initiativen wie der BUGA 2031, dem Digitalen Zwilling und den WSW und mit der Politik, unter anderem mit Oberbürgermeisterin Miriam Scherff. Dabei sind wunderbare Ideen entstanden: eine App, die zeigt, wo man etwas reparieren lassen kann, Solaranlagen in der Stadt, an denen man sein Handy lädt, ein gemeinsamer Schulgarten oder eine Powerbank mit Solarzelle als Willkommensgeschenk für alle, die neu an eine Schule oder in die Stadt kommen.
Der Kick-off war der Startschuss für Zukunft Wuppertal. Zum ersten Mal kamen alle zusammen, die das Projekt in diesem Schuljahr braucht: die Schüler:innen mit ihren Lehrkräften, elf Initiativen, Unternehmen und Projekte, die in Wuppertal schon an Mobilität, Stadtgrün, Ernährung und Energie arbeiten, und die Politik, die über die Stadt entscheidet. Im Mittelpunkt standen die Schüler:innen. Sie besuchten die Initiativen an ihren Stationen, entwickelten mit ihnen Wünsche für ihre Stadt und stellten sie zum Schluss auf der Bühne der Oberbürgermeisterin und drei Politikerinnen aus dem Rat vor.
Zu Gast bei den Initiativen
Zum Einstieg zeigte die Leinwand Oberbarmen zweimal: so, wie es heute aussieht, und so, wie es 2045 aussehen könnte, mit der Schwebebahn über einem begrünten Weg. Darum geht es das ganze Schuljahr: Wie kommt Wuppertal vom einen Bild zum anderen? Danach stellten sich die Initiativen auf der Bühne vor, und die Schüler:innen zogen in Gruppen zu ihnen an die Stationen.
Die Initiativen stellen sich vor.
Die Initiativen erzählten von ihrer Arbeit und holten die Jugendlichen dazu, wo es ging. Die BUGA 2031 hatte den Entwurf für den Sportpark Wassack mitgebracht und wollte wissen, was die Schüler:innen davon halten. Sie klebten Punkte auf die Sportarten, die ihnen wichtig sind, viele auf Fußball, Calisthenics und Bouldern. Daneben schrieben sie auf, was im Entwurf noch fehlt: Schatten, Bäume, Wasserbrunnen, Toiletten. Einen Namen für den Park sucht die BUGA auch noch, und auch dafür lag ein Plakat bereit.
An der Station der BUGA 2031: Welche Sportarten gehören in den Sportpark Wassack, und was fehlt im Entwurf?
Am Digitalen Zwilling lag die ganze Stadt als 3D-Modell auf dem Tisch, auf Tablets, die die Schüler:innen selbst bedienen konnten.
Am Digitalen Zwilling: Wuppertal als 3D-Modell
Nach jedem Besuch schrieben die Gruppen auf, welche Ideen sie mitnehmen. Am Ende hingen an den Stationen Plakate mit Sätzen wie „Reparatur-App: Wo kann ich was reparieren?“, „Retter-Tüten in Supermärkten“ und „PV im öffentlichen Raum (z.B. zum Laden des Handys)“. Auf dem Plakat der BUGA steht:
„Bürgerbeteiligung gibt uns die Möglichkeit aktiv Projekte mitzugestalten. Wir werden nach unserer Meinung gefragt“
Das Plakat von der Station der BUGA 2031
Wünsche an die Politik
Nach der Pause blieb jede Gruppe bei einer Initiative und machte aus ihren Ideen einen Wunsch an die Stadt. Was wünschen wir uns? Was sollte die Politik dafür tun? Was können wir selbst beitragen? Janina Beutler (Die Linke), Susanne Giskes (SPD) und Denise Frings (Bündnis 90/Die Grünen) setzten sich an die Tische und diskutierten mit. Die Powerbank mit Solarzelle kam aus einer dieser Gruppen. Sie soll alle begrüßen, die neu an eine Schule, an die Uni oder in die Stadt kommen. Andere Wünsche drehten sich um sichere Radwege, Treffpunkte für Jugendliche und regionales Essen in der Mensa.
Nach der Pause: Eine Gruppe arbeitet mit ihrer Initiative an ihrem Wunsch.
Jede Gruppe schrieb ihren Wunsch auf ein weißes Schild, und damit ging es zurück auf die Bühne. Am Ende standen alle in einem großen Kreis, in der Mitte die Oberbürgermeisterin. Sprecher:innen lasen ihre Wünsche vor, die drei Politikerinnen antworteten, und Miriam Scherff hatte das letzte Wort.
Oberbürgermeisterin Miriam Scherff antwortet den Schüler:innen.
Sechs Wünsche für Wuppertal
Das Projektteam hat die Wünsche nach dem Tag zusammengefasst. Es sind sechs, und zu jedem gehört, was die Jugendlichen selbst dafür tun wollen.
1. Mehr sichere Räume für Jugendliche
Wir wünschen uns offene, sichere und attraktive Orte, an denen Jugendliche sich treffen, lernen, kreativ sein und mitgestalten können.
Unser Beitrag: Angsträume und Lieblingsorte erfassen, Verbesserungsvorschläge entwickeln und eigene Treffpunkte oder Aktionen für mehr Respekt und Akzeptanz gestalten.
2. Nachhaltige Mobilität für alle
Wir wünschen uns einen zuverlässigen Nahverkehr, sichere Radwege und klimafreundliche Mobilitätsangebote.
Unser Beitrag: Schulwege und gefährliche Stellen dokumentieren, Fahrrad- und ÖPNV-Checks durchführen, Vorschläge für Fahrradwege im Quartier machen und Aktionstage für nachhaltige Mobilität organisieren.
3. Eine grüne, saubere und klimafreundliche Stadt
Wir wünschen uns mehr Bäume und Grünflächen, weniger Müll und einen stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien.
Unser Beitrag: Müllsammelaktionen starten, Schulhöfe begrünen, Ideen für mehr Bäume, Schatten- und Trinkwasserstellen entwickeln und das Solarpotenzial der eigenen Schule untersuchen.
4. Mehr Reparatur, Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft
Wir wünschen uns, dass Reparieren einfacher und günstiger wird und Secondhand und Wiederverwendung stärker gefördert werden.
Unser Beitrag: Repair-Cafés, Reparatur-AGs an Schulen, Kleidertauschbörsen und Flohmärkte organisieren und lokale Reparatur- und Secondhand-Angebote sichtbar machen.
5. Mehr regionale und gesunde Ernährung
Wir wünschen uns mehr regionale Lebensmittel, mehr lokalen Anbau, Unterstützung für regionale Betriebe und gesunde Lebensmittel, die für alle bezahlbar sind.
Unser Beitrag: Schulgärten und Hochbeete anlegen, regionale Betriebe kennenlernen, einen regionalen Tag in Mensa oder Cafeteria einführen, Supermärkte nach regionalen und gesunden Lebensmitteln befragen und Projekte gegen Lebensmittelverschwendung starten.
6. Mehr echte Beteiligung von Jugendlichen
Wir wünschen uns, bei Entscheidungen über die Zukunft Wuppertals mitreden und mitentscheiden zu können, zum Beispiel durch regelmäßige Abstimmungen über Zukunftsprojekte.
Unser Beitrag: Einen Zukunftsrat der Schüler:innen organisieren, eigene Projektideen entwickeln, über TikTok, Instagram oder andere Formate jugendgerecht über Stadtpolitik informieren, ein jährliches Jugend-Zukunftsbudget vorschlagen und Interviews mit Politik, Verwaltung und Initiativen führen.
Unser gemeinsames Ziel
Wir wollen Wuppertal nachhaltiger, sicherer, sozialer und lebenswerter machen. Dabei wollen wir nicht nur Forderungen stellen, sondern selbst Verantwortung übernehmen und unsere Stadt mitgestalten.
Wie es weitergeht
Der Kick-off war kein einmaliger Besuch. Einige Klassen haben Initiativen, die sie im Pina-Bausch-Zentrum kennengelernt haben, inzwischen in ihren Unterricht eingeladen. Denise Frings kam am 8. Oktober zum Projekttag Mobilität und erklärte dort, wie ein Bürgerantrag funktioniert. Auch zu den nächsten Projekttagen kommen Gäste aus der Politik. Am 25. Januar 2027 treffen sich alle Schulen zur Future Journey. Wenn die Klassen danach eigene Projekte entwickeln, arbeiten die Initiativen fest mit. Was aus den Wünschen geworden ist, zeigen die Klassen am 18. Juni 2027 beim Zukunftsfestival.
Dabei waren
Arrenbergstatt, bbeg, BUGA 2031, Circular Valley, Digitaler Zwilling, FAB REGION, Hof Vorberg, der Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik der Bergischen Universität, mobiles Wuppertal, Weltacker und die WSW. Aus der Politik Oberbürgermeisterin Miriam Scherff, Janina Beutler, Susanne Giskes und Denise Frings. Dazu die Schüler:innen und Lehrkräfte des Berufskollegs Barmen Europaschule, der Gesamtschule Else Lasker-Schüler, der Gymnasien Am Kothen, Bayreuther Straße und Sedanstraße, der Hauptschule Oberbarmen, der Max-Planck-Realschule und des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums. Moderiert hat Felix Hettig, Gastgeber war das Pina-Bausch-Zentrum.
